Glossar

Videografie-Glossar

11. September 20265 Min. Lesezeit

Videoproduktion hat ihre eigene Sprache, und es ist leicht, in einem Briefing einfach zu nicken, ohne wirklich zu wissen, was "B-Roll" oder "ein Jump Cut" bedeutet. Dieses Glossar erklärt die Videografie-Begriffe, die beim Planen, Drehen oder Bewerten von Social-Video-Content auftauchen.

Seitenverhältnis (Aspect Ratio)

Das proportionale Verhältnis von Breite zu Höhe.

Beispiel: Im Format 9:16 (vertikal) für TikTok filmen.

Fun Fact: Der Kinostandard (Breitbild) ist 16:9, aber Mobile-First hat 9:16 zur Dominanz verholfen.

B-Roll

Zusätzliches Filmmaterial, das mit der Hauptaufnahme geschnitten wird.

Beispiel: Hände beim Tippen zeigen, während ein Voiceover über die Arbeit spricht.

Fun Fact: A-Roll war früher der Hauptinterviewfilm, "B-Roll" der Filmstreifen der zweiten Kamera.

Bitrate

Die Menge an Daten, die pro Sekunde in einem Video verarbeitet wird.

Beispiel: Mit hoher Bitrate exportieren, damit das Video nicht verpixelt wirkt.

Fun Fact: Hohe Bitrate bedeutet hohe Qualität, aber auch riesige Dateigrößen.

Untertitel

Text im Bild, der die gesprochenen Worte transkribiert.

Beispiel: Einblendbaren Text zu einem Talking-Head-Video hinzufügen.

Fun Fact: 85 % der Facebook-Videos werden ohne Ton angeschaut.

Color Grading

Die Farben eines Videos für eine bestimmte filmische Stimmung anpassen.

Beispiel: Eine Szene blau und kühl wirken lassen, um eine traurige Stimmung zu erzeugen.

Fun Fact: Blockbuster-Filme verbringen Monate allein mit dem Color-Grading-Prozess.

Kontinuität (Continuity)

Konsistenz von Einstellung zu Einstellung.

Beispiel: Sicherstellen, dass eine Kaffeetasse nach dem Schnitt in derselben Hand bleibt.

Fun Fact: Script Supervisors am Filmset existieren einzig, um auf Kontinuitätsfehler zu achten.

Export-Einstellungen

Finale Entscheidungen (Auflösung/Format) beim Speichern eines Videos.

Beispiel: Ein MP4 in 1080p für Social Media exportieren.

Fun Fact: Wird in einem Format exportiert, das Social-Apps nicht mögen, ruinieren sie die Videoqualität durch Kompression.

Framerate (FPS)

Die Häufigkeit, mit der aufeinanderfolgende Bilder pro Sekunde erscheinen.

Beispiel: Mit 30fps für ein Standard-Social-Media-Video filmen.

Fun Fact: 24fps ist der Kinostandard, weil es der menschlichen Bewegungswahrnehmung entspricht.

Gimbal

Ein motorisiertes Gerät, das eine Kamera perfekt stabil hält.

Beispiel: Einen DJI Osmo nutzen, um beim Laufen ruhiges Filmmaterial zu bekommen.

Fun Fact: Gimbals nutzen Luft- und Raumfahrttechnologie (Gyroskope), die ursprünglich für Raketen entwickelt wurde.

Jump Cut

Abrupter Schnitt zwischen zwei Einstellungen desselben Motivs.

Beispiel: Die "Ähms" und "Öhms" aus einem gesprochenen Video herausschneiden.

Fun Fact: Ursprünglich als Fehler im Film angesehen, sind Jump Cuts heute der Tempo-Standard auf YouTube.

Keyframe

Ein Marker, der Software anweist, einen Parameter über die Zeit zu ändern.

Beispiel: Keyframes nutzen, um digital langsam in ein Video hineinzuzoomen.

Fun Fact: Keyframing ist das Grundkonzept jeder digitalen Animation.

Ansteckmikrofon (Lavalier)

Winziges Mikrofon, das am Hemd befestigt wird.

Beispiel: Einer CEO-Krawatte ein Mikro anstecken für klaren Interviewton.

Fun Fact: Schlechte Tonqualität lässt Menschen ein Video schneller wegklicken als schlechte Bildqualität.

Loop

Ein Video, das nahtlos wieder von vorne beginnt, wenn es endet.

Beispiel: Ein 5-Sekunden-Video, dessen Ende perfekt zum Anfang passt.

Fun Fact: Perfekte Loops verleiten Algorithmen dazu, mehrere Views von einem einzigen Nutzer zu zählen.

Pacing

Der Rhythmus und die Geschwindigkeit, mit der ein Video abläuft.

Beispiel: Schnelle, kurze Schnitte einbauen, um ein Gen-Z-Publikum bei der Stange zu halten.

Fun Fact: Schnelles Pacing reduziert die Abbruchrate in den ersten 10 Sekunden.

Schwenk & Neigung (Pan & Tilt)

Kamerabewegungen (Pan = horizontal, Tilt = vertikal).

Beispiel: Das Smartphone langsam durch den Raum schwenken, um das ganze Büro zu zeigen.

Fun Fact: Zu schnelles Schwenken verursacht "Rolling Shutter", wodurch gerade Linien wellig wirken.

Auflösung

Anzahl der Pixel in einem Video, die die Schärfe bestimmt.

Beispiel: In 4K für maximale Klarheit filmen.

Fun Fact: 4K hat viermal so viele Pixel wie das Standard-1080p Full HD.

Safe Zones

Bereiche des Bildschirms, die nicht von Buttons der Social-App verdeckt werden.

Beispiel: Text zentriert halten, damit der "Like"-Button ihn nicht verdeckt.

Fun Fact: Wichtigen Text außerhalb der Safe Zone zu platzieren garantiert, dass Nutzer daran vorbeiwischen.

Sequenz

Eine Reihe zusammenhängender Clips, die eine bestimmte Handlung zeigen.

Beispiel: Eine Totale, eine Halbtotale und eine Nahaufnahme von jemandem, der Kaffee kocht.

Fun Fact: Gute Sequenzierung lässt ein Video wie eine professionelle Doku wirken, nicht wie ein Heimvideo.

Drehplan (Shot List)

Checkliste mit genau den Aufnahmen, die eingefangen werden müssen.

Beispiel: 1. Totale des Gebäudes, 2. Nahaufnahme des Schilds.

Fun Fact: Sie verhindert das gefürchtete "Ich habe vergessen, das zu filmen!" im Schnittraum.

Zeitlupe (Slow Motion, Slo-Mo)

Mit hoher Framerate filmen und in normaler Geschwindigkeit abspielen.

Beispiel: Mit 120fps filmen, damit ein Hund, der eine Frisbee fängt, episch wirkt.

Fun Fact: Für gute Zeitlupenaufnahmen braucht man extrem helles Licht.

Sounddesign

Nicht gesprochenen Ton hinzufügen (Whooshes, Musik, Ambient-Sound).

Beispiel: Ein "Swoosh"-Geräusch hinzufügen, jedes Mal wenn Text eingeblendet wird.

Fun Fact: Gutes Sounddesign wird gefühlt, nicht bewusst gehört; es lenkt unbewusst die Emotion des Betrachters.

Stabilisierung

Unerwünschtes Kamerawackeln entfernen.

Beispiel: Software nutzen, um ein wackliges Gehvideo zu glätten.

Fun Fact: Moderne iPhones nutzen physische "Sensor-Shift"-Stabilisierung, bei der das Objektiv im Gehäuse schwebt.

Storyboard

Visuelle Skizzen geplanter Videoszenen.

Beispiel: Strichmännchen zeichnen, um Kamerawinkel vor einem Dreh zu planen.

Fun Fact: Walt Disney erfand das moderne Storyboard in den 1930er-Jahren.

Zeitraffer (Time-lapse)

Bilder in langsamen Abständen aufnehmen, um Zeit zu beschleunigen.

Beispiel: Alle 10 Sekunden ein Foto machen, um einen Sonnenuntergang in 5 Sekunden zu zeigen.

Fun Fact: Ein 10-sekündiger Zeitraffer mit 30fps benötigt 300 Einzelfotos.

Kamerafahrt (Tracking Shot)

Die Kamera durch den Raum bewegen, um einem Motiv zu folgen.

Beispiel: Rückwärtsgehen, während man eine auf einen zukommende Person filmt.

Fun Fact: Sie zieht den Betrachter hinein und lässt ihn fühlen, als würde er mit dem Motiv mitgehen.

Übergang (Transition)

Schnitttechnik, die einen Clip mit dem nächsten verbindet.

Beispiel: Eine Abblende zu Schwarz zwischen zwei Szenen verwenden.

Fun Fact: Auf TikTok sind physische Übergänge (die Hand vor das Objektiv halten) extrem beliebt.

Voiceover (VO)

Über B-Roll-Material gesprochener Ton.

Beispiel: Sich selbst über das Event sprechend aufnehmen, unterlegt mit Clips davon.

Fun Fact: Voiceover ist der effektivste Weg, aus zufälligen Clips eine zusammenhängende Geschichte zu machen.

Weitwinkel

Ein Objektiv, das ein sehr weites Sichtfeld einfängt.

Beispiel: Das 0.5x-Objektiv am iPhone nutzen, um ein ganzes Stadion zu zeigen.

Fun Fact: Weitwinkel verzerren die Ränder und lassen Dinge weiter entfernt wirken, als sie sind.

Zoom (Optisch/Digital)

Ein Motiv näher erscheinen lassen.

Beispiel: Optischen Zoom für eine hochwertige Nahaufnahme nutzen.

Fun Fact: Digitaler Zoom verschlechtert die Videoqualität; optischer Zoom bewahrt sie vollständig.

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