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Das EU-KI-Kennzeichnungsgesetz: Was das für dein Content-Team bedeutet
Als Social-Media-Manager jonglierst du bereits mit Algorithmen, Community-Management und Redaktionsplänen. Jetzt kommt eine neue Variable in deinen Workflow: die Transparenzregeln des EU AI Act für KI-generierten Content.
Wenn du Content in der Europäischen Union oder für ein EU-Publikum veröffentlichst, verlangt das Gesetz, dass KI-generierte oder stark manipulierte Bilder, Videos oder Audioinhalte klar gekennzeichnet werden. Das ist keine Rechtsberatung – ziehe für deine konkrete Situation qualifizierten rechtlichen Rat hinzu –, aber die operative Seite ist überschaubar, sobald sie fest in deinen Standard-Publishing-Prozess eingebaut ist. Hier ist ein praxisnaher, schrittweiser Leitfaden, um compliant zu bleiben, ohne dein Team auszubremsen.
1. Wisse, was gekennzeichnet werden muss (und was nicht)
Die größte Quelle der Verwirrung ist, wo genau die Grenze verläuft. Du musst nicht jedes Stück Content kennzeichnen, das irgendwo im Prozess mit einem KI-Tool in Berührung kam.
In der Regel kennzeichnungspflichtig (generative KI und synthetische Medien):
- Von Grund auf mit Tools wie Midjourney oder DALL-E erstellte Bilder
- KI-Avatare oder geklonte Stimmen, etwa von HeyGen oder ElevenLabs
- Fotos, bei denen KI völlig neue Elemente hinzugefügt hat – zum Beispiel Generative Fill, das einen echten Hintergrund durch ein erfundenes Büro ersetzt
In der Regel nicht kennzeichnungspflichtig (KI-gestützte Bearbeitung von echtem Content):
- KI zur Farbkorrektur eines Fotos nutzen
- Ein Tool wie Shareys Smart Crop nutzen, um ein horizontales Video vertikal umzuformatieren
- Standard-Retusche – einen Pickel entfernen oder Hintergrundgeräusche in Audio bereinigen
Wenn ein Content-Stück nah an dieser Grenze liegt, ist die sicherere Standardentscheidung, es zu kennzeichnen. Ein kurzer, ehrlicher Hinweis kostet dich fast nichts; ein nicht offengelegtes synthetisches Asset, das auffällt, kostet dich Glaubwürdigkeit.
2. Nutze die nativen Plattform-Schalter
Du musst nicht jede Grafik manuell mit hässlichen Wasserzeichen versehen. Die großen Plattformen haben dafür bereits eigene Funktionen eingebaut.
Bringe deinem Team bei, vor der Veröffentlichung nach dem "Made with AI"-Schalter (oder Äquivalent) zu suchen – Instagram, TikTok, LinkedIn und YouTube haben alle eine Checkbox im finalen Upload-Bildschirm. Manche Plattformen, darunter Meta, führen zunehmend automatische Erkennung basierend auf eingebetteten KI-Metadaten ein, aber behandle das als Rückfallebene, nicht als Ersatz. Automatische Erkennung ist nicht durchgängig zuverlässig, und sich darauf zu verlassen entzieht dir die Kontrolle über die Compliance.
3. Sichere deine Website, Newsletter und deinen Blog ab
Social-Apps kümmern sich um ihre eigene Upload-Oberfläche, aber eigene Medien – deine Website, dein Blog und deine E-Mail-Kampagnen – liegen komplett in deiner Verantwortung.
Aktualisiere noch heute deine CMS-Richtlinien: Wenn ein Blog-Header, eine Newsletter-Grafik oder ein Landingpage-Bild mit KI erstellt wurde, füge einen gut sichtbaren Hinweis in der Nähe des Assets hinzu. Eine einfache, kursiv gesetzte Bildunterschrift funktioniert gut: "Mit künstlicher Intelligenz erstelltes Bild."
4. Prüfe deine Freelancer und Agenturen
Als die Person, die auf "Veröffentlichen" klickt, bist du der letzte Kontrollpunkt, bevor Content live geht. Wenn ein freier Designer oder eine externe Agentur dir ein Asset liefert, musst du wissen, wie es entstanden ist, bevor du es nutzt.
Schicke ein kurzes Memo an alle externen Content-Partner: Verlange, dass sie explizit angeben, ob ein geliefertes Asset generative KI verwendet hat. Ergänze künftige Creator-Verträge um eine Klausel nach dem Motto "Wer generiert, der kennzeichnet", damit die Erwartung von Anfang an klar ist – nicht erst nach der Veröffentlichung entdeckt wird.
5. Bewahre die unsichtbaren Metadaten (C2PA)
Regulierungsbehörden und große Plattformen nähern sich zunehmend dem Standard C2PA (Content Credentials) an – Metadaten, die in eine Datei eingebettet werden und festhalten, wie sie entstanden ist, ähnlich einem Nährwert-Etikett. Wenn du ein KI-generiertes Asset herunterlädst, prüfe, ob dein Team es nicht durch fachfremde Kompressions- oder Bearbeitungstools schickt, die diese Metadaten entfernen, bevor sie in deine Publishing-Pipeline gelangen. Sie zu erhalten hilft Plattformen – und perspektivisch Regulierungsbehörden –, deinen Content automatisch zu verifizieren, statt sich allein auf manuelle Kennzeichnungen zu verlassen.
Die Chance für deine Content-Strategie
Ein zusätzlicher Kennzeichnungsschritt im Workflow bedeutet Reibung, deutet aber auf eine größere Chance hin. Während sich Feeds mit gekennzeichneten, synthetischen Medien füllen, wenden sich Zielgruppen zunehmend Content zu, der sichtbar und nachweislich echt ist.
Das spricht dafür, noch stärker auf nutzer- und mitarbeitergenerierten Content zu setzen. Echte Fotos und Videos, direkt von deinem Team, deinen Partnern und deinen Kunden bezogen, bringen keinen dieser Kennzeichnungs-Mehraufwände mit sich – und sie schlagen poliertes, synthetisches Creative beim Vertrauen ohnehin meist. sharey hilft dir, Mitwirkende anzuleiten, was sie festhalten sollen, und aus diesen Rohaufnahmen markenkonforme, veröffentlichungsreife Posts zu machen – so musst du deine authentische Content-Pipeline nicht von Hand aufbauen.
Für den Rest deiner rechtlichen Compliance-Checkliste über die KI-Kennzeichnung hinaus, sieh dir unseren Guide zur rechtlichen Prüfung von Social-Media-Content und zum Sammeln von UGC mit korrekter Einwilligung an.
Häufig gestellte Fragen
- Muss jedes Bild, das mit KI in Berührung kam, nach dem EU AI Act gekennzeichnet werden?
- Nein. Die Pflicht betrifft generative KI und synthetische Medien – Content, der von Grund auf mit Tools wie Bildgeneratoren, KI-Avataren oder geklonten Stimmen erstellt wurde, sowie Bearbeitungen, die einem echten Foto oder Video völlig neue Elemente hinzufügen. Übliche KI-gestützte Bearbeitung, etwa Farbkorrektur, Rauschunterdrückung oder das Umformatieren eines Videos in ein anderes Seitenverhältnis, fällt in der Regel nicht darunter.
- Wo füge ich den "Made with AI"-Hinweis auf Social-Media-Plattformen hinzu?
- Die großen Plattformen – Instagram, TikTok, LinkedIn und YouTube – haben dafür einen eigenen Schalter bzw. eine Checkbox im finalen Upload-Bildschirm eingeführt. Bringe deinem Team bei, diesen manuell zu nutzen, statt sich auf die automatische Erkennung der Plattform zu verlassen, die nicht durchgängig zuverlässig ist.
- Muss ich KI-generierten Content auch auf meiner eigenen Website oder in E-Mails kennzeichnen?
- Ja. Plattformen kümmern sich um ihre eigene Upload-Oberfläche, aber eigene Kanäle – Website, Blog und E-Mail-Newsletter – liegen komplett in deiner Verantwortung. Ein einfacher, gut sichtbarer Hinweis in der Nähe des Assets, etwa "Mit künstlicher Intelligenz erstelltes Bild", ist ein sinnvoller Ansatz.
- Was ist C2PA und warum ist es für KI-Content relevant?
- C2PA (Content Credentials) ist ein Industriestandard, der unsichtbare Metadaten in eine Datei einbettet und festhält, wie sie entstanden ist. Regulierungsbehörden und große Plattformen setzen zunehmend darauf, um KI-generierten oder bearbeiteten Content zu verifizieren. Wird ein Asset durch fachfremde Kompressions- oder Bearbeitungstools geschickt, können diese Metadaten verloren gehen – es lohnt sich also zu prüfen, ob dein Workflow sie erhält.
Bereit, Momente automatisch in Content zu verwandeln?
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